Via Alpina @ Langstreckenlaufen.de
Via Alpina: Mürren oberhalb des Lauterbrunner Tals
  Unser Lauf über die Via Alpina vom 18. bis 29. Juli 2016   (Fortsetzung)  
  Sechster und siebenter Tag: Von Lauterbrunnen nach Kandersteg   40 km, 3090 m Aufstiege  
Das Wetter bleibt unsicher. In der Nacht kam wieder ergiebiger Regen, der Tag beginnt sonnig, aber es wird nicht trocken bleiben. Regina möchte sich die Etappe über die Kleine Scheidegg nicht entgehen lassen, denn heute könnte die Sicht auf die Viertausender besser sein als gestern. So setze ich sie in Grindelwald ab, fahre zurück ins Lauterbrunner Tal und parke den Wagen für sie.

Ich starte bei den Trümmelbachfällen, laufe im Tal nach Lauterbrunnen und steige hinauf nach Mürren. Dort zweige ich von der Via Alpina ab und beginne den Abstieg. In Gimmel-wald, auf halber Höhe, kommt der Honesty Shop; Europe's First Unattended Self Service Village Shop gerade recht für eine Einkehr während eines heftigen Schauers.

Den erlebt Regina auf ihrem Weg über die Kleine Scheidegg ebenfalls, allerdings nicht so komfortabel geschützt wie ich. Später treffen wir uns am Camping in Stechelberg wieder, verbringen eine zweite Nacht dort und starten am folgenden Morgen für den Weg über die Griesalp nach Kandersteg, der hier anschließend beschrieben wird.
 
  Regina beginnt in Stechelberg und hat schon bis Mürren, wo ich gestern ins Tal abzweigte, 700 Höhenmeter Aufstieg zu absolvieren. Dann folgt sie dem Wegweiser der Via Alpina, der 6 Stunden 15 bis zur Griesalp ankündigt.

Wenn sie sich auf dem Weg an der Flanke des Sefinentals umdreht und zurückschaut, grüßen Eiger, Mönch und Jungfrau - immer wieder von Wolkenschwaden verhangen. (Bild oben)

Doch auch der weitere Weg hinauf zur Sefinenfurgge ist nicht immer einsehbar; die Wolken hängen tief. (Bild unten)
 
Ein letzter Blick zurück zu den Gipfeln und in die Tiefe des Lauterbrunner Tals an der Sefinenfurgge (2612m), (Bild links) dann geht's auf einem Treppenweg mit Sicherungsseil steil hinunter in Richtung Griesalp.



Nach der Ankunft an der Griesalp, der Fahrt auf der steilsten Postautostrecke der Schweiz (Gefälle 28%) und einem Halt am Tschingelsee (Bild unten) fährt Regina weiter nach Kandersteg, wo wir wieder zusammentreffen.
 
  Nach meinem Start an der Griesalp gibt es ein Problem: Kein Handy-Empfang! Normalerweise schicke ich eine SMS an Regina, damit sie weiß, wo das Auto steht. Erst an der folgenden Hütte, mit Sicht auf das Kiental, kann ich meine Nachricht absenden - Glück gehabt.

Für den Aufstieg zum Hohtürli (2778m), dem höchsten Punkt der ganzen Via Alpina, am Schluss mit vielen hölzernen Stufen befestigt, belohne ich mich mit einer Rast an der Blümlisalphütte, sitze in der Sonne und genieße die Aussicht.

Der folgende Abstieg - es sind fast 1600 Höhenmeter - zunächst über weite Geröllhänge, dann durch Almen und über Steilstufen, führt mich zum Ufer des Oeschinensees.

Dann geht's durch Kiefernwäldchen auf schmalem Pfad oberhalb des Öschibachs hinab nach Kandersteg.
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